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Ich hasse Silvester.

Ich hasse es wirklich; ich gehöre nicht zu denen, die man mit Gewalt auf eine Party schleppen muss, um sie dann zwei Stunden später zugedröhnt und halbnackt auf irgendwelchen Tischen tanzen zu sehen.

Ich meine, es ist nur eine Zahl. Ansonsten sieht und spürt man nichts davon, dass ein neues Jahr beginnt. 

Aber trotzdem feiert die ganze Nachbarschaft draußen eine riesen Party und tut, als könne sie um Mitternacht die Eiskönigin persönlich am Himmel sehen, die das neue Jahr hinter sich her zieht.

Ich mag keine Fröhlichkeit. Ich weiß nicht, warum. Es löst ein seltsames Gefühl in mir aus, die Menschen auf der Straße laut reden und lachen zu hören. Und das ist auch der Grund, warum ich Silvester mehr hasse, als alle anderen Feste des Jahres: Man kann dem nicht entgehen. Man bekommt es gnadenlos mit, egal, ob man will oder nicht.

Habe ich Vorsätze? Ich fürchte schon, ja. Jeder hat die doch, oder? Aber wenn man mich danach fragt, sage ich immer soetwas wie "Blödsinn, ich doch nicht. Du kennst mich doch, ich halte mich eh nicht dran." Und lache. Damit ist die Sache erledigt und jeder glaubt, ich wäre vollkommen zufrieden mit meinem Leben, so, wie es gerade ist.

Das stimmt nicht.

Insgeheim habe ich eine Menge Vorsätze. 

Warum "insgeheim"? Tja, ich wäre schön blöd, jemandem zu erzählen, dass ich abnehmen möchte. Die Kommentare im Stile von "Denk an deine guten Vorsätze! Iss lieber eine Banane und nicht noch ein Stück Schokolade!" kann ich echt nicht gebrauchen.

Außerdem hätte ich gerne bessere Haut, aber da ich darauf eh keinen Einfluss habe, ist es wohl sinnlos, Vorsätze in diese Richtung zu haben.

Und dann wären da noch meine Noten, die wohlwollend ausgedrückt eine Katastrophe sind. Und es liegt nicht an mir, ehrlich. Ich lerne so viel, mehr als andere, die trotzdem bessere Noten haben als ich. Dieser Typ Mensch, der irgendeinen Chip im Hirn haben muss. Einmal durchlesen- fertig, 2, setzen.

Das einzige Fach, in dem ich wirklich gut bin, ist Deutsch. Und dementsprechend gern schreibe ich auch. Nachdem ich meine momentan angefangene Fanfiction (oh, so klischeehaft in meinem Alter) erst mal aufs Eis gelegt habe,  denke ich, ich sollte mal etwas über mich nachdenken, nicht über von mir erfundene Charaktere.

Das Problem ist: ich habe nichts zu sagen. Von daher weiß ich noch nicht, inwiefern das hier interessant oder uninteressant wird.

Egal was ich schreibe, ich schreibe immer für mich, nicht für andere. Ich brauche das Schreiben. Ich kann nicht ohne.

 

1.1.15 01:17
 
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